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MdB Martin Patzelt (CDU) besuchte Freiwillige der Jugendhilfe

Am Donnerstag, 19.09.2019 folgte MdB Martin Patzelt (CDU) der Einladung von Freiwilligendiensten, Freiwillige der Jugendhilfe des Diakonischen Werkes Oderland Spree in der Praxis zu besuchen. Hier hat er sich über die Herausforderungen in der Jugendhilfe für Freiwilligendienstleistende informiert. Anlass der Einladung sind die aktuellen Haushaltsverhandlungen im Bundestag, die Freiwilligendienste erhoffen sich Patzelts Unterstützung. Der Bundesfreiwillige Anton Seyfarth zeigte sein Einsatzfeld und kam mit Herrn Patzelt über seinen Freiwilligendienst ins Gespräch. "Ich habe hier eine tolle Zeit mit den Kindern erlebt und viel von den Kolleginnen gelernt. Dieses Jahr war für mich wegweisend. Hier hat sich auch mein Berufsziel herauskristallisiert, ich werde ab Herbst Sonderpädagogik und Sport auf Lehramt studieren."

Swantje Navasery (Leiterin und Teamkoordinatorin der Freiwilligendienste im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) kam gemeinsam mit Anke Noack (Bereichsleiterin Jugendhilfe und Beratung des Diakonischen Werkes Oderland-Spree e.V.) und Martin Patzelt ins Gespräch über die Rolle und Bedeutung der Freiwilligendienste in ländlichen Regionen.

Frau Noack wies darauf hin, dass sich gerade im ländlichen Raum die hohe gesellschaftliche Bedeutung der Freiwilligendienste zeigt. "Junge Menschen finden berufliche Zugänge und Perspektiven in der Region vor Ort. Von den Freiwilligen die uns in der Vergangenheit unterstützt haben, haben sich viele entschieden, eine berufliche Laufbahn im pädagogischen Bereich einzuschlagen. Unter unseren Beschäftigten und Einrichtungsleitungen finden sich inzwischen auch zahlreiche ehemalige Freiwillige". Mit Blick auf den demografischen Wandel verwies Swantje Navasery auf den hohen Anteil an älteren Menschen, die einen Freiwilligendienst absolvieren. "In der Altersgruppe der älteren Freiwilligen zeigt sich für uns als überregionaler Träger, der den direkten Vergleich zwischen Berlin und Brandenburg hat, dass deutlich mehr ältere Menschen in Brandenburg Freiwilligendienste leisten als in Berlin. Hier sehen wir klare Potentiale der Freiwilligendienste für die Menschen vor Ort, eine Stärkung in Regionen zu schaffen, die vom Fortzug der Jüngeren betroffen sind."

Herr Patzelt zeigte sich beeindruckt von dem Einsatz der Freiwilligen in der Jugendhilfe. Er hob die gesellschaftliche Bedeutung der Freiwilligendienste im Gespräch hervor: "Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Leistungsfähigkeit sind enorm abhängig von gesunden motivierten gemeinschaftsfähigen Menschen. Freiwillige, ob jung oder alt, sind wirksame Helfer und ihnen selbst wird in ihrer Entwicklung geholfen. "

Bewusst haben die Freiwilligen und Einrichtungsleitungen ihn daher zu einem Kennenlerntag in der ländlichen Praxis eingeladen. Aktuell wird im Bundestag um den nächsten Bundeshalt für die Freiwilligendienste verhandelt. Swantje Navasery nahm das Treffen zum Anlass, nochmal auf die schwierige Lage der Freiwilligendienste in den Planungen des Bundeshaushaltes aufmerksam zu machen. So wurde die im Dezember 2018 zugesagte Mittelaufstockung für die Jugendfreiwilligendienste als auch für den Bundesfreiwilligendienst im April diesen Jahres durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend wieder zurückgenommen. Durch Haushaltskürzungen wurde die Förderung um 65 Millionen Euro Aufstockung reduziert, die zusätzlichen Fördermittel stehen nur noch bis zum 31. August 2020 zur Verfügung.

"Das ist dramatisch, da wir seitens des Landesverbandes innerhalb der Diakonie rund 500 Menschen im Rahmen der Freiwilligendienste pro Jahr beschäftigen. Sie leisten einen wichtigen und guten Beitrag für die Gesellschaft. Die Aufstockung war bereits lange nötig, umso ernüchternder ist die Rücknahme der Zusage" so Swantje Navasery enttäuscht.

Die zusätzlich bewilligten Fördermittel zur inklusiveren Gestaltung der Freiwilligendienst wurde ebenfalls gestrichen, das hält Swantje Navasery für bedenklich: "Wir stellen zunehmend fest, dass vor allem junge Menschen in Freiwilligendiensten besondere Begleitung und Orientierung brauchen. Ohne zusätzliche Mittel können wir diese aber nicht leisten".

MdB Patzelt sind diese Probleme bekannt: "Ich will die Kürzung der Fördermittel für die Freiwilligendienste, die durch das BMFSFJ vorgenommen wurde, nicht hinnehmen und halte diese nicht für zielführend. Bereits heute ist die Nachfrage weitaus größer als die im Haushaltsentwurf 2020 dafür eingeplanten Mittel. Eine Finanzielle Kürzung beim Bundesfreiwilligendienst und FSJ schaden uns allen", so Patzelt.