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Freiwillige aus NRW treffen Politiker - Das FSJ geht baden!?

So schnell kann sich der politische Wind drehen: Nachdem Ende 2018 noch 65 Millionen Euro für die Freiwilligendienste zugesagt worden waren, wurde diese Summe im März diesen Jahres plötzlich um weit über 75 Prozent auf gerade 15 Millionen gekürzt. Von 800.000 Schulabgängern in Deutschland leisteten rund 80.000 einen Freiwilligendienst. Etwa 40.000 weitere Jungen und Mädchen würden dies ebenfalls gerne tun, dürfen dies aus Kostengründen allerdings nicht.

Um sich um dieses Problem zu kümmern und Lösungsansätze zu schaffen, trafen sich am 30.06.2019 die FSJ Gruppen 1 und 2 des Fußballverbands Mittelrhein für ein Gespräch mit Vertretern aus Politik und Sport über die Zukunft der Freiwilligendienste zu sprechen. Bei einem lockeren Frühstück am Rursee, konnte man sich auf Augenhöhe über dieses Thema austauschen, wobei klare Einigkeit darüber herrschte, dass ohne junge Freiwillige in vielen Vereinen nichts mehr funktioniert.

Das sieht auch Tobias Jungbluth, Freiwilligendienstleistender beim TuS Oberpleiß, so:
„Ich betreue zurzeit 60 Kinder in unserem Verein. Darüber hinaus werde ich in Kindergärten oder Grundschulen eingesetzt, um dort Bewegungsangebote durchzuführen. Fällt diese Arbeit weg, gibt es keine Sportangebote mehr, dem Verein geht wichtige Jugendarbeit verloren und die Kinder verlieren die Berührungspunkte zum Sport.“

Auf die Frage wer sich nach dem vereinbarten Jahr weiter ehrenamtlich engagieren möchte, hoben alle jungen Erwachsenen die Hand. Durch ein freiwilliges Jahr können sich junge Leute für ihre berufliche Zukunft orientieren, selbstständiger werden und nicht zuletzt in vielen Bereichen persönlich weiterentwickeln.

„Ich finde es sehr gut, dass sich junge Menschen wie ihr engagiert und euch verstärkt für den Nachwuchs einsetzt. Das ist gut investiertes Geld in die Zukunft. Ein FSJ ist eine unersetzliche Ausbildung, welche wir im Land NRW erhalten wollen!“, betonte Dr. Ralf Nolten, Mitglied des Landtags NRW und kündigte an, in naher Zukunft mit dem FSJler Tobias Jungbluth, Jens-Peter Nettekoven (MdL, Sportpolitischer Sprecher CDU-Fraktion), sowie der Staatssekretärin Andrea Milz einen Termin zu vereinbaren, wie NRW das FSJ stärken kann und beim Innenministerium des Bundes noch viel lauteres Gehör bekommt.

Text: Fabrice Sell
Bild: Nico Rappenhöner